Rundflechten eignet sich ideal für die Herstellung von stabilen Seilen, Schlüsselanhängern, Hundeleinen oder Armbändern im Jungschar- und Pfadialltag. Im Gegensatz zum flachen Flechten entsteht hier ein runder, extrem belastbarer Strang.
Vorteile des Rundflechtens
- Hohe Stabilität: Gleichmässige Zugverteilung auf alle Stränge.
- Haptik: Liegt besser in der Hand als flache Bänder.
- Vielseitigkeit: Funktioniert mit Paracord, Leder oder Reepschnüren.
Nachteile des Rundflechtens
- Hoher Materialverbrauch: Benötigt ca. 25–30% mehr Länge als die Ziellänge.
- Komplexität (Fehler fallen zwar im Muster auf, Korrektur erfordert aber Rückbau).
- Fixierung: Erfordert zu Beginn eine stabile Verankerung, sonst verzieht sich das Muster.
Material
- 4 Schnüre (vorzugsweise zwei unterschiedliche Farben für Einsteiger, um den Überblick zu behalten).
- Fixiermöglichkeit (Klebeband, Klemmbrett oder eine Sicherheitsnadel).
Schritt-für-Schritt-Anleitung
Vorbereitung: Knote die vier Stränge oben zusammen (z.B. mit Überhand-, Achter- oder Diamantknoten) und fixiere sie. Sortiere sie nebeneinander: 1 (links aussen), 2 (links innen), 3 (rechts innen), 4 (rechts außen).
- Von links aussen starten: Nimm Strang 1. Führe ihn hinter den beiden mittleren Strängen (2 und 3) nach rechts durch.
- Zurück in die Mitte: Führe denselben Strang 1 zwischen den Strängen 3 und 4 nach vorne und lege ihn über Strang 2 nach rechts ab. Strang 1 ist nun der neue Innenstrang auf der linken Seite.
- Von rechts aussen kontern: Nimm den äussersten rechten Strang (4). Führe ihn hinter den beiden aktuellen mittleren Strängen nach links durch.
- Zurück in die Mitte: Führe Strang 4 zwischen dem linken Strang und dem linken Innenstrang nach vorne und lege ihn über den linken Innenstrang nach rechts ab.
- Wiederholung: Wiederhole die Schritte 1 bis 4 abwechselnd von links und rechts. Ziehe die Schnüre nach jedem Schritt gleichmässig fest.
Kritischer Erfolgsfaktor: Der Zug muss konstant bleiben. Wird unregelmässig gezogen, verformt sich die runde Struktur zu einer unebenen Spirale.
Mustervarianten mit zwei Farben
Die Anordnung der Farben beim Start bestimmt das optische Muster des fertigen Seils. Bei der Verwendung von zwei Farben (je zwei Stränge) gibt es zwei Möglichkeiten:
- Spirallook (Abwechselnde Anordnung)
Startreihenfolge: Farbe A, Farbe B, Farbe A, Farbe B.
Effekt: Die Farben winden sich spiralförmig um das Seil. Es entsteht ein gleichmässiges, schachbrettartiges Muster. - Streifenlook (Paarweise Anordnung)
Startreihenfolge: Farbe A, Farbe A, Farbe B, Farbe B.
Effekt: Es entstehen zwei klar voneinander getrennte, gerade Längsstreifen auf den gegenüberliegenden Seiten des Geflechts.
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