Videos sind in der Jungschararbeit ein sehr effektives Mittel für die Öffentlichkeitsarbeit.
Es gibt sehr viele Möglichkeiten, bei denen man Videos einsetzen kann. So kann man Werbevideos, Lagerrückblicksvideos oder Vorvideos für spezielle Events machen.
Planung eines Videos
Um den Dreh eines Videos zu planen, sollte sich im Voraus überlegt werden, was man für ein Video drehen möchte. Ist es ein kurzer Sketch? Ein Trailer / Vorfilm für ein Lager oder einen anderen Anlass? Oder ist es ein Einblick in die Jungschar. Das sollte notiert werden. Am besten schreibt man vorher einen Ablauf vom Video oder gar ein detailliertes Drehbuch. Es sollte im Voraus geklärt sein, aus welchen Perspektiven gefilmt wird und was die Darsteller zu tun haben.
So hat man bereits vor dem Drehen eine möglichst konkrete Vorstellung davon, wie das Video später aussehen soll. So kann das Drehen von langen, unnötigen und/oder unbrauchbaren Aufnahmen verhindert werden.
Beim Drehen sollte eine Person die Aufgabe des Regisseurs übernehmen und den Beteiligten Anweisungen geben.
Eine Ausnahme bilden bei diesem Punkt Einblick-Videos in Nachmittage oder Lager. Dabei kann einfach z.B. im Lager fortlaufend gefilmt werden. Man sollte darauf achten, dass möglichst jede relevante Aktivität gefilmt wird. Dann können danach die besten Aufnahmen ausgewählt und zu einem Video verarbeitet werden.
Material
Zum Drehen eines Videos braucht es natürlich eine Kamera. Es ist jedoch nicht unbedingt nötig, dass man gleich mit einer 1'500 Franken teuren Kamera filmt. Eine gute Digitalkamera reicht völlig aus, um ein Video für die Jungschar zu drehen. Alternativ können auch gebrauchte Kameras oder billige Camcorder (kleine Videokameras) erstanden werden. Die Kamera sollte mindestens in Full-HD und am besten in 30p (= 30 Bilder pro Sekunde) oder mehr (für Slow-Motion) Videos machen können.
Fast wichtiger als eine super Kamera ist, dass die Aufnahmen nicht zu heftig verwackeln. Dazu sollte die Kamera, wenn irgendwie möglich, abgestützt werden. Dazu eignet sich alles Mögliche (z.B. ein Bürostuhl, ein Tisch oder ein Briefkasten).
Alternativ kann ein Stativ verwendet werden. Diese sind relativ billig, auch gebraucht erhältlich und Kameras können mit einem Gewinde darauf befestigt werden.
Für höhere Ansprüche kann man über eine Verwendung eines Gimbals nachdenken. Jedoch braucht das ein bisschen Übung. Teurere Kameras verfügen auch über eingebaute Stabilisatoren.
Software
Es gibt extrem viele verschiedene Software-Pakete, die sich zum Schneiden und Bearbeiten eines Videos eignen.
Für sehr einfache Anwendungen kann Canva (kostenlos) verwendet werden. Für Apple Computer gibt es iMovie (ebenfalls kostenlos), welches mehr Funktionen hat und einfach zu bedienen ist.
Die Oberfläche von Videoschnittprogrammen ist oft relativ ähnlich aufgebaut (ausser Capcut & Canva). Links oben ist die Mediathek. Dort sind alle Videoclips, Musik, Tonschnipsel und Bilder, die im Video vorkommen sollen. Rechts oben ist die Video-Vorschau. Unten ist die Zeitleiste. Clips werden aus der Mediathek in die Zeitleiste gezogen und aneinandergereiht.
Mindestanforderungen an einen Computer (Erfüllen die meisten modernen Computer):
- 8-Kernprozessor mit min. 2,4GHz
- 8 GB RAM
Aufnahmen, mit kleiner Auflösung, könnten auch mit einem älteren/ schwächeren Rechner bearbeitet werden. Videos mit hoher Auflösung können auch auf schwacher Hardware bearbeitet werden, wenn man Proxys nutzt.
Grundsätzlich sind Rohaufnahmen sehr Sspeicherintensiv (bis 1GB/min), es sollte also immer genügend Speicherplatz vorhanden sein. Zum archivieren der Aufnahmen bieten sich externe Festplatten an.
Software-Überblick
Programm |
Plattform |
Kosten |
Schwierigkeit |
Beschreibung |
| Capcut | PC, Mac, Handy | Gratis (Mit Abo-Option) | Einfach | Handy-App zum Video schneiden. Gibt es inzwischen auch für Computer. Sehr einfach, aber auch sehr limitiert. |
| Canva | PC, Mac, Handy | Gratis (Mit Abo-Option) | Einfach | Mit Canva kann man viele Sachen gestalten (Logos, Flyer, uvm.). Sehr einfach, aber auch sehr limitiert. |
| iMovie | Mac, iPad | Gratis | Einfach - Mittel | Kostenloses Videoschnitt Programm von Apple. Perfekt für Anfänger. Einfach, aber trotzdem mit einigen Möglichkeiten. |
| Shotcut | PC, Mac | Gratis | Mittel | Kostenloses Open SourceVideoschnitt Programm für alle Computer-Plattformen. Guter Einstieg für komplexere Programme mit einigen Möglichkeiten. Braucht ein bisschen Übung am Anfang. |
| KdenLive | PC, Mac | Gratis | Hoch | Kostenloses Open Source Videoschnitt Programm für alle Computer-Plattformen. Bietet viele Möglichkeiten und braucht viel Zeit zum Lernen. |
| Davinci Resolve | PC, Mac | Gratis (Pro-Version 295.- Fr.) | Hoch | Kostenloses Profi-Videoschnitt Programm für alle Computer-Plattformen. Bietet viele Möglichkeiten und braucht viel Zeit zum Lernen. Kostenlose Version bietet alles nötige, Pro-Version bietet noch mehr Effekte / Übergänge. |
| Adobe Premiere Elements | PC | Ab 80.- Fr. | Mittel - Hoch | Einfachere Version von Adobes Profi-Schnittprogramm. Sehr eingeschränkt im Vergleich zur Vollversion. Lizenz kann vielerorts günstig bezogen werden. Weniger schwer und wenige Möglichkeiten als die Profi-Variante. |
| Final Cut Pro | Mac | 350.- Fr. | Mittel - Hoch | Profi-Schnittprogramm von Apple. Mittelschwerer Einstieg, mit der Möglichkeit für sehr komplexe Projekte. |
| Adobe Premiere CC | PC, Mac | Ab 26.- Fr. pro Monat | Hoch | Profi-Videoschnitt Programm von Adobe für alle Computer-Plattformen. Bietet viele Möglichkeiten und braucht viel Zeit zum Lernen. Kann mit anderen Adobe-Programmen kombiniert werden (mit dem teureren Abo ab 75.- pro Monat). |
Einbetten in die Homepage
Um ein Video auf der Jungscharhomepage zu zeigen, empfiehlt es sich, das Video auf Youtube hochzuladen und dann einzubetten. Dies ist mit Abstand der einfachste Weg ein Video in die Homepage zu integrieren.
Ist das Video auf Youtube sichtbar kann auf "Teilen" und dann auf "Einbetten" geklickt werden. Dann generiert Youtube einen HTML-Code (ein iframe), der in den Quellcode der Homepage eingefügt werden kann. Dies kann beispielsweise so aussehen:
<iframe width="560" height="315" src="https://www.youtube.com/embed/dQw4w9WgXcQ" title="YouTube video player" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture" allowfullscreen></iframe>
Online Videoguide
Auf YouTube findet man viele gute Tutorials, die einem Videoschnitt im Grundsatz beibringen, oder die einem die verschiedenen Schnittprogramme erklären. Der Kanal UrlaubsVideosMachen erklärt viele Schnittprogramme und die Grundlagen des Videoschnitts verständlich.
Wer sich gerne tiefer mit der Materie auseinandersetzt und selber Videos drehen möchte, kriegt auf der Webseite des Schweizer Fernsehens gratis einen guten Online-Kurs. Der interaktive Guide ist schon älter, vermittelt aber einfach Profi-Know-how für Einsteiger. Interaktive Erklärungen, Checklisten als PDF und ein Video-Schnitt-Tool.
Achtung, um den Videoguide aufrufen zu können, wird Ruffle benötigt, da Flash nicht mehr weiterentwickelt wird.
Beispiel für ein Vorvideo/ Trailer (zu einem Lager)
Beispiel für Lagerrückblick
Beispiel für ein Filmprojekt mit den Kindern
Beispiel Werbevideo
Bildnachweis
- Titelbild: Adobe Premiere Elements 9 Oberfläche, zur Verfügung gestellt von der Jungschar Schinznach / Manuel Meier
- Beispielbild Videoschnitt Software: Bereitgestellt von der Jungschar Schinznach / Noah Stadler
- Videos: Zur Verfügung gestellt von der Jungschar Schinznach / Manuel Meier
- Werbevideo: Zur Verfügung gestellt von der Jungschar Brunnen
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